
Pressemitteilung des Freundschaftsverein Marburg-Kurdistan, 20.01.2026
Aktuell finden in Nord-Ost-Syrien massive militärische Auseinandersetzungen statt. Es droht ein Massaker an der kurdischen Bevölkerung, die von Milizen der Regierung um Ahmed al-Sharaa angegriffen werden.
„Die wichtigsten demokratischen Errungenschaften des letzten Jahrzehnts sollen ausgelöscht werden“, so Hevidar Bilek vom Freundschaftsverein Marburg-Kurdistan, „während die IS-Mitglieder aus den Gefängnissen befreit werden.“
In ähnlichen Angriffen auf religiöse und kulturelle Minderheiten kamen in Syrien in den vergangenen Monaten tausende Menschen ums Leben. Das Ziel der selbsternannten Regierung ist eine sunnitisch-islamistische Einparteien-Herrschaft, in der die demokratische Selbstverwaltung in Nord-Ost-Syrien keinen Platz haben soll. Vertreter:innen der Selbstverwaltung haben in den letzten Monaten wiederholt in Verhandlungen einen demokratischen Übergangsprozess gefordert.
Tausende IS-Gefangene auf freiem Fuß
Gestern haben islamistische Söldner mehrere Gefängnis angegriffen, die bisher unter Kontrolle der Selbstverwaltung standen. Dabei wurden 1.500 Mitglieder der Terrormiliz „Islamischer Staat“ befreit, in anderen Gefängnissen mit mehr als zweitausend IS-Familien kommt es zu Aufständen. Die internationale Anti-IS-Koalition wurde um militärische Unterstützung gebeten. Sie hat Stützpunkte nahe der Gefängnisse hat, aber verweigert seit drei Tagen ein Eingreifen.
Kobanê erneut bedroht – Erinnerungen an 2014 werden wach
Die symbolträchtige Stadt Kobanê ist derzeit nahezu vollständig umzingelt. Beobachter*innen ziehen Parallelen zur Lage im Jahr 2014, als der sogenannte „Islamische Staat“ die Stadt angriff. Die aktuelle militärische Einkreisung schürt große Sorgen in der Zivilbevölkerung.
Meldungen über Kriegsverbrechen häufen sich
Es liegen Videoaufnahmen vor, die schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dokumentieren. Die Aufnahmen zeigen die Hinrichtung festgenommener Kämpferinnen und Kämpfer der SDF (Syrian Democratic Forces), darunter auch Enthauptungen durch dschihadistische Milizen.
Farhad Şamî, Pressesprecher der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), schilderte grausame Details: „Wir bekommen Berichte über Enthauptungen, über Kämpfer:innen, deren Leichname geschändet, von Häusern geworfen, und deren Körper verstümmelt wurden. Eine unserer Genossinnen wurde getötet, ihr Herz herausgerissen. Diese Verbrechen stehen für die Rückkehr der IS-Ideologie unter neuem Deckmantel.“
Appell an die internationale Öffentlichkeit
Angesichts der eskalierenden Lage warnt die Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES) vor einer weiteren Destabilisierung der Region und fordert die internationale Gemeinschaft auf, nicht zu schweigen und ihrer Verantwortung zum Schutz der Zivilbevölkerung nachzukommen. Gerade Deutschland ist als Teil der Anti-IS-Koalition gefordert, ein Erstarken des IS zu verhindern.
Direkte Rückfragen und Interviewanfragen bitte an:
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Kontaktperson in Marburg:
Hevidar Bilek
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Hintergrundinformationen:
Information der Gesellschaft für bedrohte Völker zum (abgesagten) Besuch von al-Scharaa in Berlin:
https://www.gfbv.de/de/news/syriens-machthaber-in-berlin-11925
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